Gemeinsames Wort zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit

Die Unterzeichner verpflichten sich und rufen dazu auf, „gemeinsam bei uns und weltweit für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung, für die Respektierung der Menschenwürde und der Religionsfreiheit einzutreten.“
In dem Dokument heißt es weiter: „Wir wissen gemeinsam um Gewalt und Aggression. Wir sehen die Aufgabe und auch die Schwierigkeiten der Religionsgemeinschaften, damit umzugehen, weisen aber die Unterstellung zurück, die Religionen selbst seien für Gewalt und Aggression verantwortlich. Darum verpflichten wir uns und rufen dazu auf, den Friedensimpuls und das Friedenspotential der Religion neu zu entdecken, zu stärken und zu profilieren.“

Im Hinblick auf die Flüchtlingssituation wird betont, dass den Religionsgemeinschaften eine ganz besondere Verantwortung zukommt:
„Christen und Muslime wissen – je auf ihre Weise – ihr Leben und Handeln in der Barmherzigkeit Gottes begründet und dem Liebesgebot verpflichtet. Viele Christen und Muslime handeln und helfen deshalb ganz selbstverständlich.“ Diese Hilfe beschränke sich nicht nur auf humanitäre Aktivitäten der Barmherzigkeit und Nächstenliebe bei uns, sondern weise auch die politisch Verantwortlichen auf die Notwendigkeit hin, Fluchtursachen zu bekämpfen und die Flüchtlingshilfe in den Herkunftsregionen und anderen Aufnahmeländern solidarisch zu unterstützen.

"In einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung und politischer Radikalisierung braucht unsere Welt tragfähige Grundlagen für gemeinsames Handeln. In einer Zeit unbarmherziger Ausgrenzung von Flüchtlingen und zynischer Ausblendung ihrer Not brauchen wir gemeinsame Quellen der Barmherzigkeit und des Respekts. In einer Zeit der Missachtung von Menschenrechten und der brutalen Auslöschung von Menschenleben sind die religiösen Grundlagen für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde gefragt" heisst es weiter im Vorwort.

 „Dieses Dokument ist eine hervorragende Grundlage für zukunftsweisende christlich-islamische Dialoge in Baden-Württemberg. Es ist die Frucht eines intensiven und verbindlichen Gesprächsprozesses zwischen den islamischen Verbänden und den Mitgliedskirchen der ACK. Dass so viele islamische Verbände und alle Mitgliedskirchen der ACK in Baden-Württemberg diesem Dokument zugestimmt haben, ist ein bisher einmaliger Vorgang. Wir sind überzeugt, dass dieses gemeinsame Wort angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation in unserem Land einen wichtigen Impuls setzt, der ausstrahlen wird", erklärt Domkapitular Dr. Peter Birkhofer (Erzdiözese Freiburg) Vorsitzender der ACK in Baden-Württemberg.

 „Die Begegnungen von Christen und Muslimen im Rahmen der theologischen Gespräche haben es noch mals deutlich gemacht, dass unsere Religionen viele theologischen Gemeinsamkeiten aufweisen, worauf wir in unserem täglichen Zusammenleben und Austausch, aber auch im gemeinsamen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit aufbauen können. Wie das konkret aussehen könnte, haben wir in unserem „Gemeinsamen Wort“ festgehalten, das auch in die Arbeit der Gemeinden vor Ort hineinwirken soll“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg (IGBW), Muhittin Soylu.

IGBW stellt die gedruckte Version und die PDF-Format seinen  Mitgliedsgemeinden zur Verfügung.

Die PDF Version kann hier heruntergeladen werden.

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